Pipamperon ist ein Psychopharmakon aus der Gruppe der niederpotenten Neuroleptika. Pipamperon ist deutlich sedierend und weniger antipsychotisch wirksam. Die Gabe von Pipamperon soll insgesamt bei innerer Unruhe, Schlafstörungen, Stimmungsumschwüngen u. ä. regulierend helfen. Daneben können bestehende Erregungszustände oder Aggressivität vermindert werden.
Im Vergleich zu anderen Neuroleptika zeichnet sich Pipamperon durch seine verhältnismäßige Verträglichkeit aus; anticholinerge Nebenwirkungen sind nicht gegeben. Deshalb findet es oftmals auch Einsatz in der Geronto- und Kinder- und Jugendpsychiatrie.
Pipamperon wird auch bezeichnet als: 1-[4-(4-Fluorphenyl)-4-oxobutyl]-1,4-bipiperidin-4- carboxamid; Dipiperon; Floropipamid; Pipamperonum
Der Wirkstoff wird als Schlafmittel bei Schlafstörungen, insbesondere bei älteren Patienten eingesetzt.

Der Wirkstoff darf nicht angewendet werden bei
Die Anwendung von Pipamperon in der Schwangerschaft ist verboten, weil es nicht genügend Studien am Menschen dazu gibt. Bei Frauen im gebärfähigen Alter sollte vor Behandlungsbeginn eine Schwangerschaft ausgeschlossen und während der Behandlung eine sichere Verhütungsmethode angewendet werden.
Mütter, die im letzten Schwangerschaftsdrittel den Wirkstoff einnehmen, gefährden ihre Neugeborenen durch Nebenwirkungen wie Bewegungsstörungen und Entzugserscheinungen. Diese können sich in Aufregung, Muskelverspannungen oder -schlaffheit, Zittern, Schläfrigkeit, Atemnot oder Störungen bei der Nahrungsaufnahme äußern. Solche Neugeborene müssen sorgfältig ärztlich überwacht werden.
Auch die Anwendung des Wirkstoffes in der Stillzeit ist verboten, da es keine Untersuchungen zum Übergang der Substanz in die menschliche Muttermilch gibt.
Zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von Pipamperon bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren gibt es nur wenige klinische Studien. Deshalb sollte der Wirkstoff an diese Altersgruppe nur unter besonderer ärztlicher Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses gegeben werden.
Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Pipamperon. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.
Depression, Müdigkeit, Benommenheit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, epileptische Anfälle (Grand-Mal-Anfälle), Herzrasen, niedriger Blutdruck, Sehstörungen, Harnverhaltung, Wassereinlagerungen in das Gewebe, Speichelfluss, Regulationsstörungen der Körpertemperatur (Hypothermie), Schwitzen.
Spätere Bewegungsstörungen, Blut-Natrium-Mangel, Herzrhythmusstörungen wie ausbleibender Herzschlag, leichter Blutzell-Mangel, Leberfunktionsstörungen, Leberentzündung mit Gallenstau, allergische Überempfindlichkeitsreaktionen wie beispielsweise Hautausschlag, Stevens-Johnson-Syndrom.
In seltenen Einzelfällen sind psychiatrisch behandelte Patienten, die eine Therapie mit verschiedenen Psychopharmaka, darunter auch Pipamperon erhielten, plötzlich und ungeklärt zu Tode gekommen. Ob ein Zusammenhang mit den Wirkstoffen besteht, ist unklar.
Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit und als weitere Nebenwirkungen
Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.
Bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen Medikamenten, die die Hirntätigkeit abdämpfen wie Schlafmittel, Beruhigungsmittel, Schmerzmittel, andere Psychopharmaka, H1-Antihistaminika (gegen Allergie) oder Alkohol kann es zu einer wechselseitigen Verstärkung der Wirkungen und Nebenwirkungen (insbesondere von Benommenheit und Blutdrucksenkung) kommen. Gleichzeitiger Alkoholgenuss verstärkt die Verminderung des Reaktionsvermögens.
Zusammen mit Barbituraten (Narkosemittel, Epilepsie-Medikamente) oder opioiden Schmerzmitteln gegeben, kann Pipamperon deren Wirkung auf das Atemzentrum verstärken, was gegenenfalls zu einem Atemstillstand führt.
Die gleichzeitige Anwendung des Wirkstoffes mit Medikamenten, die epileptische Anfälle auslösen können, erhöht das Anfallsrisiko.
Die Wirkung blutdrucksenkender Mittel wird durch Pipamperon bei gleichzeitiger Anwendung verstärkt.
Da Pipamperon die Wirkung des Nervenbotenstoffes Dopamin dämpft, schwächt es auch die Wirkung von Medikamenten ab, die die Dopamin-Wirkung nachahmen wie Levodopa, Bromocriptin und Lisurid (alle gegen die Parkinson-Krankheit).
Pipamperon kann die Reizleitung am Herzen verändern. Daher sollte es nicht zusammen mit Medikamenten gegeben werden, die ebenfalls den Herzrhythmus beeinflussen. Dazu gehören verschiedene Antiarrhythmika (zum Beispiel Chinidin oder Amiodaron), Makrolid-Antibiotika wie das Erythromycin, Mittel gegen Malaria, H1-Antihistaminika gegen Allergie, Mittel gegen Depressionen und manche Entwässerungsmittel wie die Thiazide, die einen Kalium-Mangel im Blut mit der Folge von Herzrhythmusstörungen verursachen können.
Das Medikament kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass Autofahren oder das Bedienen von Maschinen gefährlich sind. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.
Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.
Der Wirkstoff wird als Schlafmittel bei Schlafstörungen, insbesondere bei älteren Patienten eingesetzt. Außerdem dient der Wirkstoff auch zur Behandlung von seelisch ausgelösten Erregungszuständen.
Pipamperon gehört zur Wirkstoffgruppe der so genannten typischen Neuroleptika, die zur Therapie psychischer Störungen eingesetzt werden.
Wie alle Neuroleptika, blockiert auch Pipamperon die Rezeptoren für den Nervenbotenstoff Dopamin. Außerdem greift es unter anderem auch in die nervliche Signalübermittlung mittels des Nervenbotenstoffes Acetylcholin ein. Somit werden mehrere Übertragungswege für eine überschießende Nervenreaktion behindert, was insgesamt zu einer beruhigenden und schlafanstoßenden Wirkung führt.
Bei Dauertherapie mit dem Wirkstoff kann es zu einer Vermehrung der Dopamin-Rezeptoren in bestimmten Hirnteilen kommen. Daher ist zu Erzielung mancher Teilwirkungen im Verlauf der Behandlung eine Steigerung der Dosis notwendig.
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